Unser Hof

Wir betreiben im ostwestfälischen Westerenger im Nebenerwerb einen Hof mit 14 ha Land.

Verschiedene Bereiche prägen unseren Hofalltag und haben neben dem bereits seit 3 Generationen von unserer Familie an diesem Ort betriebenen Ackerbau mittlerweile an Gewicht gewonnen.

Blumen selber pflücken

Der älteste Baustein, den wir ins Leben gerufen haben, ist unser Blumenfeld zum selber pflücken, dies gibt es seit 2001:

Ich war ein halbes Jahr arbeitslos und begann als „Siedlungskind“ unter den strengen Augen der Nachbarn damit, eine kleine Ackerfläche mit Sommerblumen zu bestellen. Mein Schwiegervater unterstützte uns voll und ganz und interessierte sich sehr für unser Projekt. Da er im selben Sommer einen schweren Schlaganfall erlitt, war das für uns nicht unwichtig, denn er hatte uns deutlich gemacht, wie sehr er hinter uns stand.

Mit großer Unsicherheit hatten wir Pflanzen gekauft und ausgesät und hatten nun Angst, ob wir die Unkosten wieder herein bekommen würden, was glücklicherweise direkt im ersten Jahr der Fall war.

Wir bekamen beide Stellen hier in der Nähe, zwei Kinder wurden geboren und die anfallende Arbeit nahm so zu, dass wir uns Unterstützung dazu holten. – Ein Aufgeben des Blumenfeldes kam für uns nicht mehr in Frage, denn wir hatten mittlerweile das Gefühl hier ein nicht völlig unbedeutendes Stück Infrastruktur geschaffen zu haben.

Tierhaltung

Parallel begannen wir (zunächst zaghaft) wieder Tiere auf dem Hof zu halten:

Die Federviecher lebten auf der Hofweide und wurden täglich von uns aus dem alten Schweinestall auf den Hof getrieben. Immer wenn ich eine Pause auf dem Blumenfeld machte, gesellte ich mich zu Ihnen auf der Weide und man zupfte und knabberte an mir herum. In dem Jahr gelang mir mein Traum, dass mir eine muntere kleine Gösselschar in einer Acht über den Hofplatz folgte.

Angefangen haben wir mit 3 Flugenten und 3 Gänsen…( Naja außerdem gab es zu der Zeit in unserer Wohnung zwei frei fliegende Sittiche…)- An den Flugenten hatten wir wenig Freude, wir haben nur Gras gefüttert, dennoch wurden die Tiere so schwer, dass sie kaum noch laufen konnten und unsere Gänse es nicht leicht mit Ihnen hatten.
Im Jahr drauf gab es also nur noch Gänse und von da an wurden es schrittweise immer mehr…

Später wurden unsere Gänse in der alten „Schweinehütte“ einquartiert, sodass sie hinterm Hof die gesamte Obstwiese nutzen können. Im September 2020 haben wir (wieder wie früher) die beiden Rasenflächen vor dem Hof als Weiden eingezäunt, sodass sich die Tiere dort um den Baumaufwuchs kümmern und uns mit der Pflege dort behilflich sind.- Mit ein Grund war der trockene Sommer 2019, der die Kapazitäten der Weide für Schafe und mittlerweile jährlich ca. 65 Gänse doch an die Grenze brachte…

Im Jahr 2002 bekamen wir von einem befreundeten Züchter einen Bordercollie. – Logisch, danach mussten Schafe her. Diese sollten das Gras auf der Streuobstwiese kurz halten. – Seit 2003 haben wir eine kleine Gruppe von ca. 6 Tieren, die mit ihrer sanften Beharrlichkeit nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken sind.

Den Bordercollie gibt es nicht mehr, aber andere sind nachgefolgt und es wird bei uns wohl immer mindestens einen Hofhund geben. Katzen haben wir natürlich auch. Auch diese sind sozusagen „Hofangestellte“- und die aktuelle Besetzung ist auf einem guten Wege sich der Mäusescharen zu bemächtigen.

Auch die eingangs erwähnten Sittiche hat das Zeitliche gesegnet. Ist so eine Liebe zum Federvieh aber erst einmal entbrannt, dann flammt diese immer wieder auf. Wir halten also zurzeit auch 4 Papageien und dank jüngstem Nachwuchs 5 Wellensittiche.

Erweiterung des Blumenfeldes

Obst

Wir erweiterten das Blumenfeld im März 2002 um die Passion meines Mannes: Äpfel. Wir pflanzten 25 Bäume entlang des Blumenfeldes, damit unsere Kunden diese im Spätsommer selbst pflücken können.

Es folgten Himbeeren, die wir beide positiv mit Kindheitserinnerungen verknüpften. Naja und 25 Apfelbäume konnten nicht ausreichen, also wurden es mehr. Dann kam Wildobst (Schlehen und Sanddorn), Quitten, Birnen, Mirabellen und Pflaumen dazu. Im Herbst 2019 haben wir auch stachellose Brombeeren gepflanzt, von denen wir uns in den ersten Jahren jedes Saison mehr Ertrag erhoffen.

Zusätzlich haben wir ja noch unsere Streuobstwiese mit den freundlichen Rasenmähern. Diese haben 1997 angelegt und nach und nach erweitert. Wir nutzen die Früchte für unseren Eigenbedarf und bieten diese zum Teil auch in unserem Verkaufsstand auf dem Blumenfeld an. Das Obst verwerten wir als Saft, Brotaufstrich und was uns sonst noch so einfällt…. – Fallobst zur Verwertung fällt hier nicht an- sondern landet direkt in hungrigen Mäulern…

Gemüse

Schritt für Schritt nahmen wir Gemüse dazu. Vorzugsweise natürlich die Sorten, die wir besonders gerne selber aßen… Zucchini sind schon lange dabei. Zu Beginn versuchten wir es mit Radieschen, Rettich und Stangenbohnen- diese allerdings (unter anderem dank der hungrigen Erdflöhe) mit wenig Erfolg. Der große Renner wurden unsere Buschbohnen. – Nicht nur bei unseren zahlenden Kunden…- Mittlerweile bedecken wir die Frisch gesäten Bohnen mit Fließ, damit die Tauben diese nicht futtern.- Sind die Pflanzen größer wird dies abgedeckt, aber dann muss zwingend ein Stromzaun her um Rehe und Hasen fern zu halten.

Zucchini, diverse Salate, Mangold, rote Bete und co lassen viele Kundenherzen höher schlagen und verleiten uns immer wieder neue Produkte zu überlegen, mit denen sich anfallende „Reste“ verwerten lassen…

Seit 2019 ist unser Sohn in den Gemüsebau eingestiegen. Er betreibt einen großen Folientunnel in welchem er Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Gurken und Melonen zieht. Dieser Folientunnel ist nicht frei zugänglich und wird nur von ihm geerntet- einfach um Schäden durch unsachgemäßes Ernten zu vermeiden und ihm den nötigen Freiraum zum Ausprobieren zu geben.- Durch die Größe der Anbaufläche finden Sie aber immer wieder Teile unserer Ernte „im Häuschen“. Ach, so, natürlich in „Bio-Qualität“.

Kräuter

Unser persönliches Interesse lag schon immer darin Kräuter auf verschiedenste Weise zu nutzen. Auch hier genossen wir die Möglichkeit unsere Interessen mit anderen zu teilen. Lange hatten wir aber keine wirklich tragfähige Idee, wie wir dafür sorgen, dass die Pflanzen nach der Ernte immer wieder die nötigen Ruhephasen bekommen um sich zu erholen.- So kamen 2019 unsere Kräuterkisten hinzu.

Ein großes Standbein im Herbst ist mittlerweile der Kürbisanbau geworden:

Wir beschriften, sie ernten, wir ziehen nach und Pflanzen nach. In Ruhephasen stehen die Kisten auf dem Hof, ist alles nachgewachsen, fahren wir diese neben das Häuschen auf das Blumenfeld…- Das klappt wunderbar und unser neues Angebot wird hervorragend angenommen.
Ach und natürlich verwerten auch wir unsere Kräuter, zum Beispiel als Feldwürze.

Kürbisse

2012 haben wir begonnen Kürbisse anzubauen. Im ersten Jahr waren wir auch hier noch recht vorsichtig. Als wir im zweiten Jahr aber die ganze Deele voller Kürbisse räumten, kam der durchschlagende Erfolg! Wir hatten gar nicht bemerkt, dass wir hier im Umfeld nun der einzige Kürbishof waren…- Die Kunden sehr wohl…

Auch hier ist wieder unser Interesse an Vielfalt prägend. Während viele unserer Kunden zunächst nur Hokkaido- Kürbis kannten, bieten wir eine breite Palette verschiedenster Sorten an. Natürlich haben wir eigene Vorlieben: Butternut als Allrounder z.B. als Kürbisspalten im Ofen, oder auch als Kürbismus. Die leckersten Suppen entstehen nach unserer Einschätzung aus den Muskatkürbissen– außer Pfeffer, Salz und Sahne kommt nicht weiter dazu.- Unser geheimer Favorit ist der Blue Hubbard, er ist ein echter Charakterkopf und schon beim „Knacken“ eine wirklich harte Nuss…

Natürlich haben wir auch Schnitzkürbisse und Zierkürbisse im Angebot.

Re- und Upcycling- Produkte

Als letzter Baustein kamen unsere Re- und Upcycling -Produkte hinzu:

Es fing damit an, dass uns unsere Plastiktüten, die wir für den Einkauf von Gemüse im Häuschen platziert hatten, ein Dorn im Auge waren. Wir hatten Unmengen von Stoffresten, da lassen sich doch einfache Taschen draus machen…- So habe ich im Winter gemeinsam mit meiner Tochter begonnen zu nähen…

Dann kamen Produkte hinzu, die wir zunächst nur für uns selbst erstellt hatten: Als Ersatz für Wattepads Nähten wir Recycling-Pads. Die nervig stinkenden Schwammtücher der Küche waren mir schon lange zuwieder: Aus alten Frottetüchern und einer weiteren Lage Stoff entstanden Recycling-Lappen (zwei Gleiche davon ergeben ein Paar Topflappen)- wir nutzen jetzt seit 2 Jahren in unserer Küche nur diese Lappen- sie sind völlig unkompliziert in der Waschmaschine, langlebig, nett bunt anzusehen, stinken nicht und sind sehr robust.

Das inspirierte zum Weiterdenken… Nun waren noch die Topfschwämme übrig- wenn man ein paar mehr Lagen Stoff nähme, das Ganze kleiner machen würde und die eine Seite mit einem sehr festen, robusten Stoff verstärken würde….- Was haben wir, das wir upcyceln könnten? Na klar, die alten Kartoffelsäcke vom Boden! Auch diese sind aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. Die Haltbarkeit übertrifft die der Plastikschwämme. Pfannen, Töpfe und co lassen sich wunderbar hiermit reinigen.- Und wieder wurde ein Plastikprodukt von uns abgeschafft.

Wir fanden Nutzungsmöglichkeiten für unsere alten Gardinen, indem wir Gemüsetaschen nähten.- Wir selbst nutzen diese Taschen auch zum Trocknen von Samen und Kräutern.

Wir nähen auch Seifensäckchen und Nase- Mund- Bedeckungen.

Ein besonderes „Schmankerl“ sind unsere Flickenteppiche, die wir aus all den sonst kaum noch zu verwertenden Reststreifen an unserem Webstuhl herstellen. Bisher haben wir diese nur selbst genutzt- oder an liebe Menschen verschenkt. Einzelstücke konnte man auch schon erwerben. Noch sind einige Projekte für den Eigenbedarf geplant, aber wer weiß, vielleicht wird der Teppichverkauf und die Herstellung von Webtaschen ja noch ausgebaut…- Weben ist jedenfalls eine tolle Tätigkeit für Winterabende….